Hilfe zur Selbsthilfe
Wenn man armen Menschen die Grundlagen zum Überleben beibringt, dann ist es Hilfe
zur Selbsthilfe. Unter diesem Leitspruch "Hilfe zur Selbsthilfe" arbeitet die
YASPEM Stiftung in Maumere Gebiet auf der indonesischen Insel Flores. Die Stiftung wurde vor Jahren von dem Steyler Missionar und Entwicklungshelfer Pater Heinrich Bollen, der seit 45 Jahren auf der Insel lebt und wirkt - ins Leben gerufen.
Auch jetzt berät und unterstützt er die Arbeit der Stiftung und setzt sich unermüdlich für die Belange der Armen und Kinder auf Flores ein.
Die YASPEM Stiftung betreut vielfältige Projekte
im Bereich der medizinischen Vorbeugung und der Aus- und Weiterbildung, um die Lebensbedingungen der Bevölkerung
in der Region zu verbessern.
Vor allem Kinder, Frauen und Behinderte aber auch Flüchtlinge aus benachbarten Unruhegebieten werden betreut und unterstützt. So werden unter anderem eine Behindertenwerkstatt, ein Therapiezentrum und ein Kinderhilfszentrum, in dem Waisenkinder untergebracht sind, betreut. Jugendlichen bietet die Stiftung Ausbildung in der Landwirtschaft und in handwerklichen Berufen.
Auch eine Geld-Spar-Genossenschaft gehört zur Stiftung. Jeder landwirtschaftliche Betrieb zahlt Geld in ein Sparbuch ein. Im Gegenzug erhält der Betrieb günstige Darlehen zum Kauf von Pflanzen und Dünger.
Das vordergründigste Anliegen der Stiftung ist den Menschen im Maumeregebiet dabei zu helfen ihren Lebensunterhalt auf der Insel zu bestreiten und zu verhindern, daß sie aus Armut den Weg der illegalen Auswanderung nach Malaysia oder in die arabischen Länder gehen.
Es werden Terrassenprojekte gefördert, die die vulkanischen Steilhänge der Insel zu landwirtschaftlich nutzbaren Flächen machen und es werden neue Erwerbsquellen im Handwerk gesucht und gefördert.
So wurden, dank der vielen gespendeten Nähmaschinen aus Deutschland viele Nähkurse für Frauen und Mädchen durchgeführt und in Maumere sowie in abgelegenen Dörfern Nähstuben eingerichtet. Hier lernen die Frauen und Mädchen aus den traditionellen Ikatstoffen, - deren Webkunst sie perfekt und künstlerisch beherrschen und die sie selbst so wunderschön kleidet - auch Produkte für den Weiterverkauf
herzustellen. Die YASPEM Stiftung bemüht sich diese handwerktlichen Produkte zu vermarkten.
Ein vielleicht ungewöhnliches aber dennoch weitsichtiges Selbsthilfe Projekt war vor 16 Jahren die Übernahme eines bankrotten Hotels am Strand von Waiara durch die YASPEM Stiftung. Diese mutige und anfangs umstrittene Idee Sozial- und Entwicklungsarbeit mit einer touristischen Einrichtung zu unterstützen, macht die YASPEN Stiftung zwar noch nicht unabhängig von Spenden aber das Sea World Club Hotel gibt 40 Florenesen Arbeit und Auskommen und im Ausbildungszentrum, das auf dem Gelände des Hotels errichtet wurde, werden Schulungen und Lehrgänge in Landwirtschaft und Handwerk durchgeführt.
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Insel Flores
Zitiert aus dem Buch "Als der Himmel den Menschen einmal nah war..." von Katharina Sommer, Orginalausgabe 1993
Indonesien, "Land der tausend Inseln". Die Menschen dort sagen, sie seien wie Perlen im Meer, umschlungen von einem smaragdgrünen Band, von den Tiefen des eitlen Meeres heraufgeholt. "Kap der Blumen" nannten die Portugiesen die Insel Flores, als sie um das Jahr 1512 an ihrer Küste Entlangsegelteen und später ihre erste Niederlassung in Sikka, in Mittelflores, gründeten...
Berge, noch mit Urwald bewachsen, stehen neben den hohen Vulkanen, und manchmal kreist sie ein Ring von weißen Wolken ein, wobei ihre Gipfel über der Erde zu schweben scheinen. Die beiden Vulkane im Larantuka-Gebiet, der mächtige Vulkan Egon bei Maumere und der Ineri im Ngada-Gebiet gehören zu den höchsten noch tätigen Vulkanen auf Flores. ...
Die hohen Berge, die weiten Ebenen, bewachsen mit allerlei Strauchwerk oder artenärmerem Sekundärwald, die bis in einer Höhe von 600 m wachsenden Kokospalmen mit ihren dunkelgrünen Kronen, prägen ebenso die Landschaft wie der Terrassenanbau mit den Lamtorohecken im Sikkagebiet......
Die kleinen, einsamen und verwunschenen Buchten und Küstenzonen, das klare Wasser des Meeres, die Berge und hohen Vulkane, die einfachen Bambushütten mit ihren Grasdächern in den Tälern und Ebenen und die Dörfer, die sich an den Rücken der Berge schmiegen, die Urwüchsigkeit und Verschiedenheit der Menschen, die unbekümmerten Kinder, die grazilen und anmutigen Frauen mit ihren selbstgewebten Ikat-Sarongs sind es, die den Reiz und die Schönheit der Insel ausmachen. Auf einem Raum von 15.600 Quadratkilometern entdeckt man eine nie enden wollende Vielfältigkeit. Die reiche Vegetation der Landschaft aber täuscht über die tatsächlichen Lebensbedingungen der Menschen hinweg.
Ganz einfach leben die Menschen in ihren Dörfern und kleinen Städten für den westlich geprägten Menschen, der mit der Vorzügen und zugleich schädlichen Einflüssen seiner Zivilisation lebt, und staunend die Frau, die auf der Erde sitzt, beobachtet, wie sie das Tongefäß mit ihren Händen formt, es klopft und knetet, denn die Töpferscheibe, obgleich schon viele tausend Jahre alt, ist ihr nicht bekannt. Im Gegensatz hierzu, obwohl immer noch selten, steht die Fernsehantenne auf dem Dach einer Hütte an der Küste. ....
Industrien sind hier unbekannt. Handwerk ist nur schwach entwickelt und wird vorwiegend von den Missionaren gefördert. Der Landwirtschaft sind, bedingt durch die achtmonatige Dürreperiode, mit einem föhnartigen Trockenwind, ‚Borok' genannt, sowie durch die geringen Niederschlagsmengen, enge Grenzen gesetzt.
Bewässerungsmöglichkeiten sind kaum gegeben. Die Folgen sind fatal: Dazu gehören sporadisch auftretende Hungersnöte, viele Krankheiten und hohe Kindersterblichkeit. Hinzu kommen schlechte Eßgewohnheiten. Es wird gerade das gegessen, was da ist, und die Menschen wissen nicht, welche Nahrungsmittelzusammenstellung richtig ist. Die Abwanderung zu anderen Inseln ist sehr groß. Die besten, heißt es, verlassen die Insel und suchen anderswo eine Existenzmöglichkeit. Was können sie hier schon anfangen? ...
Die Florenesen
Zitiert aus dem Buch "Als der Himmel den Menschen einmal nah war..." von Katharina Sommer, Orginalausgabe 1993
Das Beten und Singen der Florenesen schallt laut und voller Inbrunst aus den Kirchen und Kapellen. Religiöses Leben, die Ehrfurcht vor dem "Höchsten Wesen", vor Gott, dem die verschiedenen Volksgruppen auf Flores jeweils ihren eigenen Namen gaben, zu dem sie beten und den sie um Hilfe bitten, ist, so lange die Menschen denken können, selbstverständliches Leben, ist Bedürfnis in den Handlungen des täglichen Daseins.
Der Gottesdienst ist immer ein festlicher Anlaß. Die Frauen tragen ihre schönsten Ikat-Sarongs. Von weit her, weit aus den Bergen, sind die Menschen gekommen. Ist der Gottesdienst zu Ende, das Schwätzchen vor der Kirche gehalten, nehmen sie wieder den weiten Weg zurück in ihre Dörfer, zu ihren Hütten. ...
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